Ein barrierefreies Badezimmer beinhaltet viel mehr als nur eine ebenerdige Dusche. In Fällen, in denen kein Pflegegrad vorhanden ist, haben Bedürftige leider keinen Anspruch auf einen Pflegekassenzuschuss. Deswegen haben wir hier 7 wertvolle Tipps zusammengefasst, wie Sie Ihr Bad einfach barrierefrei und sturzsicher gestalten können.

1. Rutschhemmende Beschichtung als erster Schritt für ein barrierefreies Badezimmer

Ein rutschfester Boden klingt im ersten Augenblick als selbstverständlich. Allerdings wird oftmals vergessen, dass auch alles, was in den „Nass-Bereich“ fällt, sturz- und rutschsicher sein sollte. Der Boden im Badezimmer sollte fest verlegt sein. Teppiche und Antirutschmatten auf dem Badezimmerboden und rutschfeste Fliesen beugen Unfälle vor.

2. Brauseschläuche

Für pflegebedürftige Personen ist es bereits hilfreich, wenn der Waschtisch einen integrierten Brauseschlauch hat. Dadurch müssen die Pflegebedürftigen nicht in die Badewanne steigen, um beispielsweise nur die Haare zu waschen oder eine einfache Pflege vorzunehmen. Durch das Ausbleiben des Ein- und Aussteigen in und aus der Badewanne, wird auch hier erneut einem Sturz vorgebeugt.

3. Barrierefreie Dusche

Die Nummer 3 der größten Gefahrenquellen im Haushalt ist das Badezimmer. (Quelle: Gesundheitsstadt Berlin)
Wie bereits erläutert, ist der Ein- und Ausstieg die größte Herausforderung für Senioren und Seniorinnen. Ist ein Pflegegrad vorhanden, bezuschusst die Pflegekasse einen Badumbau mit 4.000 €. Im Normalfall ist ein Badumbau in dem Preisrahmen durchsetzbar. Bei einem barrierefreien Badumbau wird die Badewanne mit einer ebenerdigen Dusche ausgetauscht. Dafür muss nicht das gesamte Badezimmer renoviert werden. Wird kein Pflegekassenzuschuss bewilligt, gibt es die Möglichkeit einer Eigenfinanzierung oder eines KFW-Antrages.

 

 

4. Barrierearme Badewanne

Unter einer barrierearmen Badewanne wird eine Badewanne mit einer integrierten Tür verstanden. Der Aufwand des Umbaus istBarrierarme Badewanne wesentlich geringer und kostengünstiger als eine ebenerdige Dusche. Was es bei einer Badewannentür zu bedenken gibt, ist folgendes: der Einstieg erfolgt bevor das Badewannenwasser eingelassen wurde. Somit sitzt der Pflegebedürftige vorerst in einer wohlmöglichen kalten Badewanne. Ein elektronischer Sitz bietet eine sinnvolle Alternative zur Badewannentür.

 

 

5. Licht

Auch dieser Punkt klingt vorerst selbstverständlich. Mit zunehmenden Alter sinkt die Sehfähigkeit. Damit jedoch weiterhin ein selbstbestimmtes Leben im hohen Alter möglich ist, empfiehlt es sich sensorgesteuerte Bewegungslichter einzubauen. Diese verhelfen vor allem bei der nächtlichen Orientierung. Nicht zu vergessen: Kontrastfarben in der Wohnung. Griffe und Halterungen, die sich farblich von den Zimmerwänden abheben, lassen sich schneller und besser wahrnehmen.

 

6. WC

Im jungen Alter ist uns kaum bewusst, dass der Gang zur Toilette irgendwann einen Barriere darstellen könnte. Ebenfalls nehmen wir die Höhe der Toilette kaum wahr. Die Kraft, die wir derzeit nutzen, um uns von der Toilette zu erheben, wird im Alter schwinden. Daher ist ein höhenverstellbares WC sinnvoll, denn das Hinsetzen und Aufstehen wird somit erleichtert. Vor allem das Umsetzen von Rollstuhlfahrern wird somit einfacher.

 

 

7. Pflegekassenzuschuss

Personen mit einem Pflegegrad haben Anspruch auf einen Pflegekassenzuschuss von 4.000 €. Personen, die als behindert eingestuft wurden, haben nicht automatisch einen Pflegegrad. Allerdings haben sie große Chancen einen Pflegegrad zu erhalten, um sich so ein barrierefreies Badezimmer bezuschussen zu lassen. Mit dem Sorgenfrei-Zuhause-Pflegegradrechner können Sie Ihren Pflegegrad schätzen lassen.